barby.aufdemnetz.de http://barby.aufdemnetz.de en-US http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss socportals@mediacolo.com HuffPost-Redakteurin suchte Millionär zum Heiraten – das ist ihre Botschaft an junge Frauen Ich bin fast in einen Yachtclub eingebrochen, habe bei Trüffel-Pizza mit vermeintlichen Porno-Produzenten geflirtet und mich im Golfclub gelangweilt. Und das alles nur, weil ich eine Woche einen Millionär gesucht habe. Natürlich nicht für ein Interview, sondern zum Heiraten. Von halben Sachen halte ich nichts. An dieser Stelle würde ich nun gerne verkünden, dass die deutsche HuffPost doch nicht eingestellt wird, weil mein Millionärsgatte sie gekauft hat. Zu Ostern würde Schatz sie mir schenken, statt der Louis-Vuitton-Yogamatte, die ich mir eigentlich gewünscht hatte.Die HuffPost Deutschland schließt: Abschiedsbrief an die Leserinnen und LeserLeider ist das nicht wahr. Ich habe keinen Millionär gefunden, zumindest keinen, den ich heiraten möchte. Was schon allein daran zu sehen ist, dass ich noch immer für die HuffPost schreibe, anstatt meiner Bestimmung zu folgen: eine gut gekleidete Ehefrau zu sein. Einige der etwa 60-jährigen Herren hatten zwar durchaus Interesse, mich näher kennenzulernen, doch so ehrenhaft und unterschätzt der Beruf der Altenpflegerin auch ist ­– noch kann ich ihn mir nicht vorstellen.“Geh arbeiten, Schlampe” Was mich bei meiner Millionärssuche vor allem überraschte, war aber nicht das Alter meiner Verehrer, sondern die Reaktion der Leserinnen auf meine Texte. Ich hatte eigentlich mit Kritik gerechnet. Zumindest von denen, die vielleicht nicht ganz so viel Spaß verstehen, wie ich ihn bei meiner Suche hatte – oder nicht ganz so erfolgreich zwischen den Zeilen lesen können. Doch es kam ganz anders als ich dachte.Natürlich hatte ich mir auch ausgemalt, wie die männlichen Leser auf meine Texte reagieren würden. Im Geiste hatte ich bereits schriftliche Heiratsanträge samt juwelenbesetzter Ringe in die Redaktion fliegen sehen (ja, fliegen, denn Millionäre schicken in meiner Vorstellung ganz sicher keine DHL-Boten, sondern Hubschrauber auf die Dachterrasse oder wenigstens dressierte weiße Tauben.) Doch gerade die Männer waren es, die meiner Suche nichts abgewinnen konnten.AnzeigeViele bezeichneten mein Vorhaben in den Kommentaren als peinlich, einige nannten mich eine Schlampe. Die üblichen Beleidigungen. Immer wieder kam auch die Bitte, ich solle “endlich arbeiten gehen und selber Geld verdienen.“ Tut mir leid, euch enttäuschen zu müssen, aber: Die HuffPost hat mich tatsächlich dafür bezahlt, dass ich einen Millionär gesucht habe. Mein privates und finanzielles Glück lag meinen Chefs einfach sehr am Herzen. Klar, sie wissen ja auch, was ich verdiene. Daher haben sie sofort eingewilligt, mich bei der Suche nach einem Ernährer so gut es geht zu unterstützen.Ich bin nicht die Einzige auf der Suche Begeistert davon war nicht nur ich, sondern auch meine neue weibliche Fangemeinde. Einige suchten mich in den sozialen Netzwerken auf, um mir Nachrichten zu schreiben. Ich würde mir gerne einreden, dass der Grund dafür einzig und allein auf mein überragendes, literarisches Ich zurückgeht, aber die meisten wollten vor allem eines wissen: Wie würden sie selbst einen Millionär finden?Die Anzahl junger Frauen, die sich aktuell nach einem Ernährer sehnt, überraschte mich. Klicks auf die Instagram-Profile dieser Frauen überraschten mich noch mehr. Es sind nicht nur menschliche Barbies mit gefakten Designer-Handtaschen, die nach einem Millionär suchen.Unter ihnen sind ganz normal aussehende junge Frauen, die studieren oder Jobs haben. Frauen, die aussehen, als würden sie ein gutes und halbwegs erfülltes Leben führen – soweit ich das aus ihrer gefilterten Instagram-Welt schließen kann. Warum suchen gerade diese Frauen ernsthaft nach einem Millionär, habe ich mich gefragt? Die meisten antworteten gar nicht erst auf meine Frage. Die Antwort schien ihnen peinlich, vielleicht auch zu offensichtlich zu sein.“Ich möchte einfach finanziell unabhängig sein”, erläuterte mir schließlich eine junge Frau. Auf den Gedanken, dass sie sich gerade damit finanziell abhängig macht, indem sie nicht ihr eigenes Geld verdient, ist sie anscheinend noch nicht gekommen. Eine Leserin berichtete mir sogar, dass sie bereits 4500 Euro bei einer speziellen Partneragentur ausgegeben habe, um einen Millionär zu finden. Bisher erfolglos.Was alte weiße Männer schaffen, können wir auch Was mir nun niemand mehr zu erklären braucht: Dass nur alte weiße Männer daran schuld seien, dass Frauen in Deutschland noch immer nicht in allen Bereichen gleichberechtigt sind. Aktuellen Debatten zufolge sind es vor allem diese Männer, die die Macht an sich reißen und nicht hergeben wollen.Zum Teil stimmt das natürlich, aber zu der Debatte gehört noch etwas anderes: sich einzugestehen, dass viele Frauen das Machtgefüge gar nicht durchbrechen wollen. Vielleicht sind sie glücklich in ihrer Rolle. Vielleicht finden sie ihr Glück eben genau darin, nicht zu arbeiten und das Geld ihres Mannes auszugeben. Nicht, weil sie auf die Kinder aufpassen müssen – viele haben gar keine Kinder – sondern vor allem, weil sie es so wollen. Auch noch im Jahr 2019, auch in Zukunft noch.Aber: Glücklicherweise kann jede Frau in Deutschland selbst bestimmen, was sie aus ihrem Leben macht. Ob sie sich einen Millionär suchen will, oder einfach selber Millionärin wird. Denn was alte weiße Männer schaffen, die auf eine 25-jährige Journalistin mit Fake-Burberry-Outfit hereinfallen, das können junge Frauen auch erreichen. Und wenn nicht, dann können sie immer noch versuchen, sich einen Millionär zu angeln. Ob meine Suche weitergeht: Abwarten und Champagner trinken.  ...Oder alle Teile der Millionärssuche lesen, falls ihr sie noch nicht kennt: Teil 1:Ich bin 25 und suche einen reichen Mann – diese Tipps hat mir eine Millionärsgattin gegeben Teil 2: Ich wollte nach Büroschluss einen Millionär aufreißen – so lange hat es gedauertTeil 3:“Stell dich nicht an” sagt er und packt mich – was passierte, als ich einen Millionär getroffen habeTeil 4:“In München sind doch alle verschleiert” – was ich als junge Frau im bayerischen Yachtclub erlebteTeil 5: Champagner, Pelz und Verachtung – was ich bei einer Benefizveranstaltung im Golfclub erlebteTeil 6: Ich habe eine Woche einen Millionär gesucht – und fand ihn dort, wo ich ihn nie erwartet hätteTeil 7:Ich bin 25 und habe eine Woche lang versucht, einen Millionär aufzureißen – das habe ich dabei über Männer gelernt http://barby.aufdemnetz.de/news/2175799-huffpost-redakteurin-suchte-millionar-zum-heiraten-das-ist-i Fri, 29 2019 11:19:51 GMT http://barby.aufdemnetz.de/news/2175799-huffpost-redakteurin-suchte-millionar-zum-heiraten-das-ist-i Der Barbiemann - »Ich will, dass alles an mir künstlich ist Schlauchbootlippen, starre Mimik: Wenn Patrick Mast in der Öffentlichkeit unterwegs ist, wird er angeschaut wie ein Außerirdischer.Foto: Fredrik von Erichsen http://barby.aufdemnetz.de/news/2144592-der-barbiemann-ich-will-dass-alles-mir-kunstlich-ist Tue, 16 2020 16:38:26 GMT http://barby.aufdemnetz.de/news/2144592-der-barbiemann-ich-will-dass-alles-mir-kunstlich-ist